Am 25.Oktober wurde in Hamburg eine Vorführung des Films "Pourquoi Israel" von Claude Lanzmann durch gewaltbereite AntiimperialistInnen verhindert. Verkleidet als israelische Soldaten, wollten sie ihren antideutschen und proisraelischen ErzfeindInnen mal ein Bild davon geben, wie die israelische Wirklichkeit tatsächlich aussehe. Dass sie mit ihrem aggressiven Verhalten, durch welches sie die Vorführung eines Films eines jüdischen Regisseurs verhinderten, eher ihren deutschen Großvätern denn israelischen SoldatInnen glichen, sehen die selbsternannten Freunde Palästinas offensichtlich nicht. Dagegen erkannten einige linke Gruppen die Drastik des Vorfalls und haben sich zu einem Bündnis zusammengeschlossen, das für den 13. Dezember 2009 zu einer Demo aufruft, um im Anschluss an diese die Vorführung von "Pourquoi Israel" zu garantieren. Nicht nur die internationale Presse, sondern auch Lanzmann selbst hat von dieser antizionistischen Aktion erfahren, empört und betroffen erklärte er: "Es ist noch nie irgendwo auf der Welt die Vorführung meiner Filme verhindert worden - jetzt ist es passiert, ausgerechnet in Deutschland. Die Deutschen dürfen nie wieder als Herren auftreten". Wir sind für euch nach Hamburg gefahren und haben dort mit den OrganisatorInnen der Filmvorführung, der Gruppe Kritikmaximierung, über den Vorfall und seine Auswirkungen gesprochen.
Einen Tag vor der verhinderten Filmvorführung, am 24. Oktober 2009, wurde der Verein "Roter Stern Leipzig" bei einem Fußballspiel im sächsischen Brandis von Nazis angegriffen. In der 2. Spielminute stürmten etwa 50 Personen das Spielfeld und griffen Fans, Spieler und Verantwortliche des RSL mit Eisenstangen und Holzlatten bewaffnet an. Dabei wurde eine Person schwer verletzt.
Wir haben uns mit Claudia, der Pressesprecherin des Roten Stern, getroffen und uns über die Folgen des Angriffs für den Spielbetrieb und den Umgang mit dem Angriff erkundigt.