Free Fight ist eine Mischung aus Boxen, Ringen und anderen Kampfsportarten. Entstanden ist diese Sportart zuerst in Brasilien und Japan, Anfang der 90er Jahre kam Free Fight in die USA und zog dort eine breite Fangemeinde an. In Deutschland fanden die ersten Wettkämpfe Ende der 90er statt. Der Eintritt für die Sportveranstaltungen ist teuer, lokale Unternehmen sponsoren die Events. Auch wenn Free Fight noch nicht so boomt wie zum Beispiel in den USA, zieht er auch hier genug Leute an und bringt den Veranstaltern jede Menge Geld ein.
Gerade in Chemnitz und dem Vogtland sieht das aber anders aus: Die ansässige Naziszene präsentierte sich seit 2004 auf den Free-Fight-Kämpfen eines Veranstalters. Hauptfigur und Free Fighter ist dort der Nazi Rico Malt. Er zog hunderte Fans aus dem rechten Spektrum an. Vom Veranstalter zunächst ignoriert, riefen sie bei den Veranstaltungen "Hoo-Na-Ra", eindeutige Nazilabels und Läden unterstützten die Veranstaltung. Direkt neben ihren Werbebannern hingen dann auch Tafeln Chemnitzer Geldinstitute und Unternehmen.
Sie distanzierten sich erst von den Events, als der Nazieinfluss auch in den Medien thematisiert wurde. Dafür hatte sich die Kampagne "Schöner Leben ohne Naziläden" eingesetzt und selbst Artikel veröffentlicht, bis sich irgendwann auch Fernsehteams für das Thema interessierten. Durch den öffentlichen Druck gab es dann auch eine Anfrage im Sächsischen Landtag. Mittlerweile darf der Veranstalter nicht mehr mit Rico Malt auf Plakaten für seine Veranstaltungen werben, auch anderweitig versucht er, sich von der Szene zu distanzieren. Über Free Fight haben wir mit einem Vertreter der bundesweiten Free Fight Association, einem Chemnitzer Sprecher der Kampagne "Schöner Leben ohne Naziläden" und einem linken Free Fighter aus Berlin gesprochen.
Im zweiten Teil hört Ihr ein Interview mit einem Vertreter der Leipziger Bündnisses gegen Antisemitismus (BgA). Es war Mitinitiator der Demonstration gegen das iranische Regime am 21. Juni in Leipzig. An diesem Tag spielte die iranische Nationalmannschaft gegen Angola anlässlich der Fußball-WM. Neben Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) protestierten an jenem Mittwoch rund 300 Menschen gegen iranischen Antisemitismus. Im Interview geht es um die Gründe und Ziele des Protests, der sich zu allererst gegen die iranischen Führer richtete. Schließlich will Ahmedinejad "Israel von der Landkarte fegen" und eine "world without zionism" vorantreiben. Außerdem werden die atomaren Pläne der iranischen Regierung thematisiert und über die auch emanzipative Rolle des Fußballs in Iran gesprochen.
Die Musik hat einmal mehr DJ Marvin ausgesucht. Es erwarten Euch angenehme elekronische Klänge und ein bisschen Grime, "das Steckenpferd" des DJs.